Aufsätze
über GEMA Problematiken.
Wie die GEMA ihre Mitglieder ausbeutet und diskriminiert
Musik ist ja mit die schönste Sache der Welt. Aber so bald man mit seiner Musik an die Öffentlichkeit geht oder man möchte eine CD veröffentlichen, kommt man als Autor und Komponist kaum an der GEMA vorbei. Dann hört der Spaß auf.
Am Anfang denkt man, ja prima, da ist einer der sich um das Inkasso bei Verwertungen meiner Musik kümmert. Es dauert aber nicht lange bis man merkt, die GEMA kümmert sich nicht darum, sondern man muss selber nachweisen wo seine Musik verwertet wurde. Da erwartet einen stundenlanges telefonieren, mit Sachbearbeitern und Sendern. Selbst wenn es gelungen ist die Beweise zu liefern, ist nicht gesagt, wie das Urteil gegen GEMA Mitglied Brabara Clear zeigt, das die GEMA verpflichtet ist dem Künstler zustehendes Geld zu zahlen.
Als Labelberteiber (bevision.de) sehe ich natürlich auch auf der Labelseite die Verwertungen und kann so kontrollieren was die GEMA unterschlägt. Aus dieser Position heraus, wird einem ganz schnell klar: Das ganze GEMA Modell stinkt zum Himmel. Soweit so schlecht.
Jetzt zur Diskriminierung: Als GEMA Mitglied bin ich vertraglich verpflichtet sämtliche "Werke" bei der GEMA anzumelden. Die GEMA verwaltet diese Werke "treuhänderisch". Laut Satzung habe ich so als Komponist, Musiker und Produzent keine Möglichkeit mehr über die Verwertungsart meiner Musik selber frei zu entscheiden, da ich kein anderes Lizenzmodell nutzen darf. Z.B einen Teil meiner Musik nicht bei der GEMA zu melden und statt dessen das CC (Creativ Commens) Modell zu nutzen. Ich darf sie auch nicht verschenken.
Selbst wenn ich eine Telefonwarteschleife für einen Bekannten oder Freund produziere, muss er dafür GEMA bezahlen. Klar könnte ich ihm am ende des Jahres den GEMA Anteil wieder zurückzahlen, nur das Geld wird nie auf meinem Konto erscheinen.
Anderes Beispiel: Bei diesem Contest hätte ich gerne mitgemacht, geht aber nicht da ich das Lizenzmodell CC nicht nutzen darf. Das grenzt für mich eigentlich schon an "Berufsverbot" und ist Diskriminierung.
Auch freie Radios fragen zuerst immer danach, GEMA Mitglied oder nicht. Sagt man das man in der GEMA ist, wird man schnell wie eine heisse Kartoffel fallen gelassen, da diese dann für jeden Play an die GEMA zahlen müßen. Gerade für independent Musiker sind die freien Radios wichtig um den Bekanntheitsgrad zu steigern, denn im öffentlich rechtlichen Radio (ÖR) hat man als unabhängiger do it yourself Musiker kaum eine Chance gespielt zu werden. Hier hat die Musikindustrie das Sagen und korrupte Redakteure des ÖR, von der Musikindustrie einfach bestochen (Gummibärchen), spielen nur Stücke aus deren Repertoire. Damit wird verhindert das Musiker und Künstler die nicht den Normen des Geschäftsmodells der Industrie entsprechen, sprich sich ausbeuten lassen, etwas vom Kuchen abbekommen.

Die GEMA ist nicht nur Kreativbremse NR.1, sondern verhindert das Musiker sich eine eigene, freie und selbständige Existenz aufbauen können. Die GEMA muss in der jetzigen Form unbedingt zerschlagen werden, sonst wird sich auch bei der Verteilung einer evt. Kulturflatrate nichts ändern.
Ein neues Modell. das gerechter und demokratischer ist, würde allen nutzen. Nur nicht den jetzigen "GEMA" Königen.
Die GEMA
erklärt
das Urheberrecht
Seit kurzem
wird von der GEMA ein Text im Netz verteilt, der das komplexe Urheberrecht
erklären
soll.
Das dies kaum in ein paar Zeilen geht, dürfte jedem einleuchten. Die GEMA
reagiert damit sicher auf die in letzter Zeit öffentliche Kritik mit dem
Umgang von Kindergärten im Zusammenhang mit Kopien von Text– und
Notenmaterial.
Im 2. Absatz des Textes heisst es:
"Alleine der Urheber entscheidet, ob und wie sein Werk veröffentlicht
wird. Im Rahmen des Urheberpersönlichkeitsrechts kann er Veränderungen
seines Werks auch verbieten. Darüber hinaus gewährt das Urheberrecht
dem Urheber aber auch das ausschließliche Recht, über die Verwertung
seines Werks zu bestimmen".
Was die GEMA verschweigt: Hat der Urheber eine GEMA Wahrnehmungsvertrag,
entscheidet nicht mehr der Urheber darüber, wie veröffentlicht werden darf, sondern
die Klauseln im Wahrnehmungsvertrag der GEMA. Die GEMA untersagt dem Urheber
z.B. die kostenlose Weitergabe seiner Werke, ohne dafür selbst an die
GEMA zu zahlen. Wäre dies wirklich so wie von der GEMA zitiert, könnten
die Urheber von Kinderliedern den Kindergärten das kopieren von Notenblättern
unentgeldlich gestatten (oder ich hier für meine Besucher kostenlose Downloads
anbieten ;-) ). Das Urheberrecht wird umgangen, da die Rechte des Urhebers
treuhänderisch an die GEMA übertragen werden.
Der Urheber wird mit dem Zitat im 2. Absatz von der GEMA zum Buhmann erklärt.
Ich bin mir ziemlich sicher, das 90% aller Kinderlied Autoren die Kindergärten
von der Zahlung befreien würden. Die GEMA verhindert das. Abhilfe würde
die CC Lizenz (Creativ Commons) schaffen, die die GEMA aber nicht akzeptiert.
In einem anderen Text heisst
es:
"Da der Urheber selbst nicht überprüfen kann, wer seine Werke
vervielfältigt, überträgt
er die Wahrnehmung seiner Urheberrechte an sogenannte Verwertungsgesellschaften".
Das ist
natürlich nicht korrekt. Ein selbstproduzierender Musiker, der
sich auch selber vermarktet, kann besser als der GEMA lieb ist, überprüfen
wie und wo seine Werke verwertet werden. Die GEMA ist überhaupt nicht
in der Lage im Netz Urheberrechte wahrzunehmen, dazu fehlen ihr die technischen
Voraussetzungen. Die GEMA versucht sich trotzdem in der Öffentlichkeit
und bei Politikern als Freund und Retter der Urheber zu präsentieren.
Schaut man hinter die Kulissen, ist genau das Gegenteil der Fall.
Die
GEMA sollte, wie schon von vielen gefordert, von unabhängiger Stelle durchleuchtet und überprüft werden.
Die Politik hat aber kein Interesse an einer Reform, oder gar an einer Auflösung
der GEMA zugunsten demokratischeren Modellen, da Sie bekanntlich, wie auch
in diesem Fall, nicht die Interessen der Bürger vertritt, sondern
die der Verlage und der Industrie.
Etwas zum Urheberrecht aus Sicht eines DIY Musikers
Vor ein paar Monaten
wurde ich über Twitter auf einen Artikel aufmerksam in dem es um eine
Antwort eines FDP
Abgeordneten auf Abgeordnetenwatch geht, in dem er im Zusammenhang mit “Raubkopien” behauptet:
"Die Geschädigten sind nicht immer, wie häufig angenommen, ausschließlich
große Konzerne, sondern sehr wohl auch viele kleinere Künstler,
Autoren und Kreative die aufgrund dieser Form von Kriminalität nicht von
den Erträgen ihrer guten und fleißigen Arbeit leben können.
Das führt zu einer kulturellen Austrocknung vor der ich nur warnen kann".
Das ist natürlich völliger Unsinn und man liest sofort das diese
Aussage von einem lobbyhörigen Politiker kommt, der nicht die geringste
Ahnung davon hat wie es bei kleinen Künstlern wirklich aussieht. Er spricht
also nur für die Musikindustrie und outet sich somit als Politiker ohne
Sachverstand.
Viele Musiker und Autoren die ich kenne, haben noch einen andern Job, kaum
einer kann nur vom musizieren und komponieren leben. Das liegt aber nicht an
den “kriminellen” Piraten, sondern an anderen Umständen, z.B
kein Bekanntheitsgrad, mangelnde Auftrittsmöglichkeiten, oder an ausbeuterischen
Labelverträgen, bei denen dritte unverhältnismässig viel verdienen.
Lässt ein Künstler sich auf einen klassischen Labelvertrag ein, bekommt
er nur ca. 5% von den gesamt Einnahmen und ist an das Label, meist für
lange Zeit, gebunden. Der Rest ca 95% wird von den Labels für Werbung
(Promotion), Produktion, Management, Vertrieb und Früchte und Blumen (übersetzt
Koks und Nutten) ausgegeben.
Verständlich das der Musiker im Netz die
Möglichkeit sieht sich unabhängig zu vermarkten um höhere Einnahmen
zu erzielen.
Die unabhängigen Musiker (do it yourself oder kurz DIY) Musiker sind auf
Filesharing Börsen angewiesen, da dies Promotionplattformen für ihre
Musik sind. Ein unabhängiger Musiker kann froh sein wenn seine Musik auf
Filesharing Börsen auftaucht. Dann wird sie gehört. Jeder der einen
Track von DIY Musikern weiterverbreitet ist Musikliebhaber, Hörer und
zugleich Promoter oder sogar Käufer. Der “Raubkopierer” hilft
dem DIY Künstler bei der Verbreitung der Musik. Also ist der “Raubkopierer” eigentlich
ein Mitarbeiter der für den DIY Künstler Werbung macht.
Ein DIY Musiker hat keinen Promotionetat, woher auch. Einzig seine Kreativität
und seine Arbeitskraft stehen ihm zur Verfügung. Davon muss er eben etwas
abgeben um für sich zu werben. Also “verschenkt” er seine
Musik. Denn Promotion ist nichts anderes als verkaufen ohne Gewinn. Natürlich
muss man auch dafür sorgen, das die Musik über gängige digital
Musicstores zur Verfügung steht, damit auch die Möglichkeit zum kaufen
besteht. Dafür braucht man heute kein Label mehr.
Das dieser Umstand der Musikindustrie ein Dorn im Auge ist, leuchtet ein, da
sie so leer ausgeht. Durch die masive Lobbyarbeit der Musikindustrie gegen
Tauschbörsen, Piraten und Filesharer, wird so auch dem DIY Musiker die
Möglichkeit
genommen, sich frei zu entfalten und sich zu selber zu vermarkten.
Ich behaupte auch, der wahre Urheberrechtverletzer ist die GEMA, die nichts
an ihre angeschlossenen “kleinen” Mitglieder ausschüttet,
deren Gelder unterschlägt und die ordentlichen Mitglieder sich dann am
GEMA-Topf bedienen. Die GEMA gibt immer nur vor im Interesse der Urheber zu
handeln. Die GEMA ist zudem nicht in der Lage im Netz Urheberrechte
wahrzunehmen, dazu fehlt es ihr an technischen Voraussetzungen. Natürlich
betreibt die GEMA auch Lobbypolitik, aber nur zu Gunsten der ca. 2000 ordentlichen
Mitglieder die den größten Anteil des GEMA Geldes kassieren.
Eigentlich müsste man auch davon ausgehen, das die GEMA an mp3 Artists
Gelder von den Einnahmen aus Festplatten, Speichersticks, Rohlinge usw ausschüttet.
Deren Musik landet schliesslich auf diesen Datenträgern. Aber Fehlanzeige,
diese Gelder kommen nie dort an wo sie hingehören, sondern landen wieder
im GEMA Topf. Das zu beweisen ist zwar fast unmöglich, da die GEMA verschleiert
und taktiert um nicht die Karten auf den Tisch legen zu müssen. Denn dann
käme Transparenz ins System und das will die GEMA mit allen Mitteln verhindern,
da so der Kuchen in viele kleine Stücke aufgeteilt werden muss und die
ordentlichen Mitglieder weniger erhalten.
Die Politik hört natürlich nicht auf Konsumenten und DIY Künstler,
sondern betreibt wie gewohnt Klientelpolitik, die sich gegen Musikliebhaber
(Fielsharer) richtet und die Fans auf üble Art und Weise als kriminelle
bezeichnet, wie der ahnungslose Herr von der FDP am Anfang des Artikels.
Die Politiker die so reden und denken, sind die wahre Totengräber der
Kultur, weil sie verhindert das unabhängige Künstler eigenständig
arbeiten können.
Die GEMA hat
nichts zu verbergen?
Als ich letzte
Woche die Meldung “Betrugsverdacht bei der GEMA” las, dachte
ich natürlich sofort an das naheliegendste Szenario, GEMA schüttet
nicht an die Urheber aus. Überall liest und hört man ja von GEMA
Mitgliedern, dass die GEMA nicht korrekt an ihre Mitglieder auszahlt. Das
auch andere Betrugsmöglichkeiten bestehen, daran dachte ich erst gar
nicht.
Nach der Pressekonferenz war klar um was es geht. Einige GEMA Mitglieder
hatten über
einen nicht genannten Zeitraum Live-Programm Listen bei der GEMA eingereicht,
die ausgedacht waren. Der Auftritt fand also gar nicht statt. Innerhalb der
GEMA wurden diese von eingeweihten Mitarbeitern, die fristlos entlassen wurden,
dann wie ein gespielter live Auftritt behandelt. Gelder von Veranstaltern wurde
also gar nicht eingenommen. Da aber Geld für diese “Gigs” an
die Urheber überwiesen wurde, entstand der GEMA so ein direkter, nicht
benannter Schaden.
Dadurch wird klar warum die GEMA selbst Strafanzeige erstattete. Die ordentlichen
Mitgliedern hatten den Schaden und es war weniger an diese zu verteilen. Denn
ginge es um Gelder einzelner angeschlossener oder ausserordentlicher Mitglieder,
hätte die GEMA sich sicher nicht bewegt, da diese eh nur als "Sklaven” für
die ordentlichen Mitglieder der GEMA anschaffen.
Zusätzlich war dieser Betrugsfall eine willkommene Gelegenheit für
den GEMA Vorstand sich in der Öffentlichkeit als gut funktionierendes
System zu präsentieren. Das war dringend nötig,
da nach der Petition, die GEMA unter Druck geriet.
Der übelste Satz innerhalb der Pressekonferenz kam dann von GEMA Vorstand
Heker selber. Er sagte tatsächlich mehrfach: “Die GEMA hat nichts
zu verbergen”.
Dieser Satz ist nicht nur zynisch sondern auch ein Schlag ins Gesicht aller “kleinen” GEMA
Mitglieder, die immer wieder, meistens ohne Erfolg, um ihre Gema-Tantiemen
kämpfen müssen. Das undurchsichtige Ausschüttungssystem, das
von kaum einem verstanden wird, ist so intransparent und verworren, dass es
bestens für die ordentlichen Mitglieder und dem Vorstand geeignet ist,
sich an den Geldern aus “nicht zuzuordnenden Einnahmen” zu bedienen.
Das fatale an diesem Zustand ist, das nur ordentliche Mitglieder Einfluss auf Änderungen
im Wahrnehmungsvertrag haben.
Die GEMA hat also sehr wohl etwas zu verbergen. Sie ist undemokratisch, ungerecht
und intransparent. Da hilft auch keine Pressekonferenz in der Fragen von Journalisten
per eMail oder Chat gestellt werden dürfen, die man gar nicht sieht. Wer
garantiert das diese Fragen auch tatsächlich von Journalisten stammen
und nicht von GEMA Mitarbeitern selber. Bei mir entstand während der Pressekonferenz
jedenfalls der Eindruck, dass die gestellten Fragen gezielt zur positiven Darstellung
der GEMA genutzt wurden.
bevision.de – Andreas Wagner die Texte stammen aus den Jahren 2010/11